Tests & Vergleiche

BMW X3, Mercedes GLC, Audi Q5, Alfa Stelvio und Volvo XC60: Welcher 2020er-Premium-SUV als Occasion am meisten überzeugt

19. September 2026 Redaktion Tankstopp 7 Min. Lesezeit
Fünf Premium-SUV verschiedener Marken stehen vor einer Schweizer Alpenkulisse bereit zum Vergleich.
2020er-Premium-SUV mit Allrad und rund 100’000 Kilometern sind auf dem Schweizer Occasionsmarkt stark gefragt. Symbolbild: Tankstopp.

Fünf begehrte Premium-SUV aus dem Baujahr 2020, alle mit Allrad und rund 100’000 Kilometern: Wir vergleichen BMW X3, Mercedes GLC, Audi Q5, Alfa Romeo Stelvio und Volvo XC60 nach Schweizer Marktwert, Wertverlust, Zustand im Alter und Kaufattraktivität als Occasion.

Premium-SUV sind auf dem Occasionsmarkt weiterhin enorm gefragt. Gerade Fahrzeuge aus dem Baujahr 2020 mit Allrad und rund 100’000 Kilometern gelten für viele Käufer als besonders spannend: Der grösste Neuwagen-Wertverlust ist bereits passiert, gleichzeitig sind Komfort, Sicherheit und Langstreckentauglichkeit oft noch klar auf Oberklasse-Niveau.

Genau dort wird der Vergleich aber heikel. Denn BMW X3, Mercedes-Benz GLC, Audi Q5, Alfa Romeo Stelvio und Volvo XC60 liegen auf den ersten Blick nah beieinander – in der Praxis unterscheiden sie sich bei Wertverlust, Marktgängigkeit, Zustand im Alter und möglichen Kostenrisiken zum Teil deutlich.

Für diesen Marktvergleich haben wir den Schweizer Occasionsmarkt auf repräsentative 2020er-Modelle mit Allrad, Automatik und ungefähr 90’000 bis 120’000 Kilometern eingegrenzt. Die Preisbasis beruht auf aktuellen Schweizer Inseraten und Modellinformationen, Stand 18. September 2026. Entscheidend ist: Ausstattung, Servicehistorie und Pflegezustand beeinflussen den tatsächlichen Marktwert stark. Die folgenden Werte sind deshalb realistische Richtbereiche und keine amtlichen Schätzpreise.

Die Vergleichsbasis: fünf Premium-SUV der gefragten Mittelklasse

Modell Typischer Marktbereich CH Tendenz Wertverlust Marktbild bei 100’000 km
BMW X3 xDrive20d ca. CHF 24’000–31’000 hoch, aber stabilisiert gesucht, solide Marktliquidität
Mercedes-Benz GLC 220 d 4Matic ca. CHF 28’000–36’000 hoch, aber wertstabil innerhalb der Gruppe sehr gefragt, starkes Markenimage
Audi Q5 40 TDI quattro ca. CHF 23’000–30’000 deutlich, aber gut handelbar breites Angebot, gut vergleichbar
Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel Q4 ca. CHF 20’000–27’000 am stärksten emotional, aber enger Käuferkreis
Volvo XC60 AWD ca. CHF 27’000–33’000 hoch, aber überraschend stabil stark bei Familien und Langstreckenfahrern

Beim groben Vergleich mit damaligen Neupreisen zeigt sich: Ein 2020er-Premium-SUV dieser Klasse hat bis heute häufig rund 50 bis 65 Prozent seines ursprünglichen Listenpreises verloren – je nach Motorisierung, Ausstattung und Marktimage. Exakt wird der Vergleich erst mit identischer Konfiguration, doch als Markttendenz ist klar: Der grosse Preissturz ist vorbei, jetzt zählen Zustand und Unterhaltsgeschichte mehr als das blosse Markenlogo.

Mehrere Premium-SUV fahren über eine Alpenstrasse durch langgezogene Kurven.
Im direkten Marktvergleich zählt nicht nur das Markenimage, sondern auch Fahrcharakter, Nachfrage und Werterhalt. Symbolbild: Tankstopp.

BMW X3 xDrive20d: der vielleicht kompletteste Allrounder

Der BMW X3 gehört bei 2020er-Occasionen zu den ausgewogensten Paketen. Er verbindet eine hochwertige Verarbeitung, ein für diese Klasse dynamisches Fahrverhalten und eine gute Alltagstauglichkeit. Gerade der xDrive20d ist auf dem Schweizer Markt beliebt, weil er genügend Leistung mit akzeptablem Verbrauch verbindet.

Beim Wertverlust liegt der X3 nicht extrem tief, aber meist etwas günstiger als ein ähnlich alter GLC. Das macht ihn für viele Käufer attraktiv: Man bekommt noch immer ein stark nachgefragtes Premiumprodukt, ohne gleich in die höchste Preisstufe der Gruppe zu rutschen.

Worauf man bei 100’000 km achten sollte: lückenlose Servicehistorie, Zustand von Bremsen und Reifen, Spiel an Vorderachskomponenten, Ölwechselhistorie von Automat und Verteilergetriebe sowie sichtbare Hinweise auf Probleme bei Abgasrückführung oder AdBlue-System – falls Diesel. Ein gepflegter X3 wirkt im Alter oft sehr überzeugend, Vernachlässigung wird aber ebenfalls schnell teuer.

Ein silberner BMW X3 steht an einem Alpensee.
Der BMW X3 gilt im Occasionsmarkt als besonders ausgewogener Premium-SUV. Symbolbild: Tankstopp.

Mercedes-Benz GLC 220 d 4Matic: stark im Werterhalt, teuer im Einkauf

Der GLC ist auf dem Schweizer Occasionenmarkt eines der begehrtesten Fahrzeuge in dieser Klasse. Das wirkt sich direkt auf die Preise aus: Ein 2020er GLC mit rund 100’000 km kostet häufig sichtbar mehr als ein vergleichbarer Audi Q5 oder Alfa Stelvio. Das heisst gleichzeitig: Werterhalt und Nachfrage sind stark.

Viele Käufer schätzen am GLC den Komfort, die repräsentative Ausstrahlung und die gute Langstreckentauglichkeit. Händler mögen ihn, weil er sich meist gut drehen lässt – vorausgesetzt Ausstattung, Serviceheft und Zustand stimmen.

Kritische Punkte: teure Originalteile, mögliche elektronische Altersbaustellen, Wartungsdisziplin bei 9G-Tronic und Allradsystem sowie Abgas- und Sensorsysteme bei Dieselvarianten. Der GLC ist oft das Auto mit dem stärksten Prestigeeffekt im Vergleich – aber eben selten das billigste.

Ein schwarzer Mercedes-Benz GLC steht vor alpiner Bergkulisse.
Der Mercedes-Benz GLC punktet mit Komfort, Prestige und meist starker Nachfrage. Symbolbild: Tankstopp.

Audi Q5 40 TDI quattro: der nüchterne Vernunft-Premiumkauf

Der Audi Q5 ist auf dem Markt sehr präsent und dadurch gut einschätzbar. Das ist aus Käufersicht ein Vorteil: Es gibt viele Vergleichsfahrzeuge, Preisunterschiede lassen sich schneller erkennen und der Markt ist relativ transparent. Wer nicht primär auf Emotionalität, sondern auf Marktbreite, Alltag und Wiederverkauf schaut, landet schnell beim Q5.

Sein Wertverlust war deutlich, aber der Q5 bleibt gefragt. Das Resultat: Er liegt preislich oft leicht unter dem GLC und etwa auf Augenhöhe mit dem X3 oder knapp darunter. Für viele Käufer ist genau das der Sweet Spot des Vergleichs.

Prüfpunkte: Getriebeservice und sauberes Schaltverhalten, quattro-Antrieb ohne Geräusche, korrekte Wartung, Zustand von Fahrwerk und Bremsen sowie saubere Funktion von MMI, Sensorik und Assistenzsystemen. Gerade bei vielen Vorbesitzern oder fehlender Historie sollte man genau hinschauen.

Ein silberner Audi Q5 steht vor Schweizer Alpenpanorama.
Der Audi Q5 gehört zu den marktbreitesten und am einfachsten vergleichbaren Premium-Occasionen. Symbolbild: Tankstopp.

Alfa Romeo Stelvio: fahrdynamisch spannend, beim Restwert klar im Nachteil

Der Stelvio ist das emotionalste Auto dieser Runde. Er fährt agiler als viele Konkurrenten, wirkt leichterfüssig und spricht Käufer an, die in der SUV-Klasse nicht einfach nur bequem, sondern auch mit Charakter unterwegs sein wollen.

Genau diese Emotionalität reicht auf dem Occasionsmarkt aber nicht für Top-Restwerte. Der Käuferkreis ist kleiner, das Angebot weniger breit, und viele Interessenten bleiben bei BMW, Mercedes oder Audi. Dadurch sinkt der Gebrauchtpreis stärker. Für den Zweitkäufer kann das interessant sein: Der Stelvio ist oft das emotionalste Preis-Leistungs-Angebot – vorausgesetzt, Zustand und Vorgeschichte passen.

Wichtig vor dem Kauf: vollständige Serviceunterlagen, saubere Elektronik, unauffälliges Fahrwerk, Zustand der Bremsanlage und ein wirklich plausibler Allgemeinzustand. Beim Stelvio ist die Historie fast noch wichtiger als bei den deutschen Rivalen, weil schlechte Pflege den Wiederverkauf nochmals stärker belastet.

Ein roter Alfa Romeo Stelvio steht an einem Bergsee.
Der Alfa Romeo Stelvio ist der emotionalste Kandidat im Feld – und oft auch der mit dem stärksten Preisabfall. Symbolbild: Tankstopp.

Volvo XC60: Sicherheits- und Komfortspezialist mit starkem Familienprofil

Der Volvo XC60 ist im Vergleich weniger sportlich inszeniert, dafür stark bei Komfort, Sicherheitsausstattung und Langstreckenruhe. Genau das macht ihn bei Familien, Vielfahrern und Käufern beliebt, die ein Premium-SUV ohne allzu viel Show suchen.

Beim Werterhalt schlägt sich der XC60 erstaunlich gut. Gute Fahrzeuge mit nachvollziehbarer Historie bleiben gefragt und liegen preislich oft näher beim GLC als beim Alfa. Die Marke Volvo profitiert hier stark vom Ruf als sichere, solide und hochwertige Wahl.

Worauf achten: Wartung der Hybrid- oder Mildhybrid-Komponenten je nach Version, Software- und Infotainmentfunktion, Zustand von Bremsen und Fahrwerk sowie allgemeiner Pflegezustand. Der XC60 ist im Occasionsmarkt oft kein Schnäppchen, aber häufig ein sehr stimmiger Kauf.

Ein Volvo XC60 steht an einem Alpensee.
Der Volvo XC60 spricht besonders Käufer an, die Komfort, Sicherheit und ein ruhiges Langstreckenauto suchen. Symbolbild: Tankstopp.

Was sagt der Zustand mit rund 100’000 km wirklich aus?

Die Zahl allein sagt erstaunlich wenig. Ein gepflegter Autobahnwagen mit sauberer Servicehistorie und ruhigem Vorleben kann mit 110’000 km besser dastehen als ein Stadtfahrzeug mit 75’000 km, das nur kalt bewegt wurde. Bei Premium-SUV zählen deshalb vor allem diese Punkte:

  • Serviceheft und Rechnungen: Nicht nur Stempel, sondern nachvollziehbare Arbeiten.
  • Reifen und Bremsen: Ein oft unterschätzter Kostenblock beim Kauf.
  • Fahrwerk und Lenkung: Poltern, Unruhe oder einseitiger Reifenverschleiss sind Warnsignale.
  • Allrad und Getriebe: Probefahrt, Rangiermanöver und Lastwechsel genau beobachten.
  • Elektronik: Kameras, Parksensoren, Displays, Sitzverstellungen und Assistenten sauber testen.
  • Innenraum: Abnutzung von Lenkrad, Sitzen und Tasten muss zur Laufleistung passen.
  • Unterboden und Karosserie: Bordsteinschäden, Korrosion, Nachlackierungen und Undichtigkeiten prüfen.
Ein Premium-SUV wird in einer modernen Werkstatt inspiziert.
Bei 100’000 Kilometern entscheidet die Wartungs- und Zustandsqualität weit mehr als die blosse Laufleistung. Symbolbild: Tankstopp.

Der Marktblick: Wer hat bei Wertverlust und Nachfrage die besten Karten?

Beim Werterhalt stehen Mercedes GLC und BMW X3 in dieser Runde tendenziell am stärksten da. Der Volvo XC60 folgt dicht dahinter, weil er eine treue Kundschaft und ein sehr gutes Familienimage hat. Audi Q5 ist marktbreit und stabil, verliert aber durch das grosse Angebot etwas an Exklusivität. Der Alfa Romeo Stelvio ist beim Restwert am schwächsten, genau deshalb für Käufer aber oft besonders reizvoll.

Beim Zustand im Alter ist nicht eine Marke automatisch Sieger. Entscheidend ist, wie sauber gewartet wurde. Dennoch gilt: X3, GLC, Q5 und XC60 sind auf dem Markt leichter vergleichbar, weil Angebot und Erfahrung breiter sind. Beim Stelvio kann man ein starkes Auto erwischen – oder ein Exemplar, das beim Wiederverkauf mehr Diskussionen auslöst.

Beim Preis-Leistungs-Gefühl als Occasion wirkt der Stelvio am spannendsten, der Q5 am vernünftigsten, der X3 am ausgewogensten, der XC60 am familienfreundlichsten und der GLC am prestigeträchtigsten.

Käufer besichtigen vor Alpenkulisse mehrere gebrauchte Premium-SUV.
Probefahrt, Zustand und Servicehistorie sind bei gebrauchten Premium-SUV wichtiger als der schönste Auftritt auf dem Platz. Symbolbild: Tankstopp.

Kurzfazit nach Profil

  • Beste Balance aus Dynamik, Nachfrage und Wiederverkauf: BMW X3
  • Stärkstes Prestige und sehr gute Wertstabilität: Mercedes-Benz GLC
  • Vernünftigster Premium-Occasionkauf: Audi Q5
  • Emotionalster Kauf mit Potenzial fürs beste Occasionen-Schnäppchen: Alfa Romeo Stelvio
  • Stärkste Wahl für Komfort, Sicherheit und Familie: Volvo XC60

Wer also heute einen 2020er-Premium-SUV mit Allrad und rund 100’000 km sucht, sollte nicht nur auf Marke und Kilometer schauen. Die entscheidende Frage ist: Wie gut ist genau dieses Exemplar dokumentiert und gepflegt? Dann zeigt sich schnell, ob ein vermeintlich teurer GLC seinen Preis rechtfertigt, ob ein X3 der goldene Mittelweg ist, ob ein Q5 die vernünftige Wahl darstellt, ob ein XC60 die ruhigste Langzeitlösung bietet – oder ob der Stelvio als unterschätzte Emotionen-Occasion das beste Angebot im Feld ist.

Serviceunterlagen und Fahrzeugschlüssel liegen bereit für die Prüfung eines gebrauchten Premium-SUV.
Zum guten Occasionskauf gehören immer Rechnungen, Wartungsbelege und ein plausibler Gesamtzustand. Symbolbild: Tankstopp.

Quellenbasis: Schweizer Occasionsmarkt auf AutoScout24 Schweiz, Modell- und Marktdaten der Hersteller BMW, Mercedes-Benz, Audi, Alfa Romeo und Volvo sowie redaktionelle Marktbetrachtung von Tankstopp. Stand 18. September 2026.